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Bulgarien

From Sterwiki

Република България
Republika Bălgarija
Republik Bulgarien
Missing image
Bulgaria_flag_large.png
Flagge Bulgariens

125px|none|Wappen von Bulgarien
(Details) (Details)

Wahlspruch: 'Съединението прави силата.',
bulg., 'Aus der Einigkeit entsteht die Kraft.'

Amtssprache Bulgarisch
Hauptstadt Sofia
Staatsform Republik
Prasident Georgi Parwanow
Ministerprasident Simeon Sakskoburggotski
Flache 110.994 km²
Einwohnerzahl 7.900.000 (Stand Aug. 2003)
Bevolkerungsdichte 72 Einwohner pro km²
Unabhangigkeit vom Osmanischen Reich am 3. Marz 1878 erklart, anerkannt am 22. September 1908
Wahrung Lew
Zeitzone OEZ (UTC +2)
Nationalhymne Mila Rodino ('Liebe Heimat')
Kfz-Kennzeichen BG
Internet-TLD .bg
Vorwahl +359
Bulgarien in Europa
Bulgarien mit Nachbarlandern

Bulgarien (bulgarisch България) ist eine Republik in Sudosteuropa. Es grenzt an Rumanien, Serbien, Mazedonien, Griechenland und die Turkei und liegt am Schwarzen Meer.

Table of contents
1 Geographie
2 Bevolkerung
3 Geschichte
4 Politik
5 Bezirke
6 Infrastruktur
7 Wirtschaft
8 Kultur

8.1 Sport
8.2 Feiertage

9 Literatur
10 Weblinks

Geographie

Bulgarien wird durch den Balkan (Стара Планина = Altes Gebirge) in die nordlich gelegene Donauebene und die Oberthrakische Tiefebene im Suden geteilt. Im Sudwesten erheben sich die Rhodopen mit Pirin und Rila-Gebirge. In letzterem befindet sich mit dem Musala (2.925 m) die hochste Erhebung Bulgariens und der Balkan-Halbinsel.

Im Osten grenzt Bulgarien an das Schwarze Meer. Die wichtigsten Flusse sind Donau (Grenze zu Rumanien), Mariza, Mesta, Struma, Iskar und Jantra.

Bulgarien ist gepragt von gemassigtem Kontinentalklima mit Schwarzmeereinfluss im Osten und mediterranen Einflussen im Suden. Die mittleren Temperaturen betragen -2° bis 2° im Januar (um -10° im Gebirge) und 19° bis 25° im Juli (um 10° im Gebirge). Im Jahresschnitt fallt 450-600 mm Niederschlag (bis 1.300 mm im Gebirge).

Siehe auch: Dobrudscha, Liste der Stadte in Bulgarien

Bevolkerung

thumb|Bevolkerungsentwicklung x1000

85,7 % der Bevolkerung gehoren der bulgarisch-orthodoxen Kirche an, 13,1 % sind Muslime. In ethnischer Hinsicht sind 83,5 % der Bevolkerung Bulgaren, 9,5 % Turken, 4,6 % Roma. 1,5 Prozent der Einwohner Bulgariens setzen sich aus Russen, Armeniern, Walachen und Griechen zusammen. Der Urbanisierungsgrad betragt 67 %. (Samtliche Daten von der Volkszahlung 2001.)

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Bulgariens

thumb|225px| Stausee oberhalb Elena

Bulgarien war zuerst von den indogermanischen Thrakern und Makedoniern bewohnt. Nach der Eroberung 29 v. Chr. durch die Romer begann die Romanisierung der Bewohner. Auf dem Gebiet des heutigen Bulgarien wurden als Teile des romischen Reichs die Provinzen Macedonia, Thracia, Moesia und Dacia etabliert. Seit dem 6. Jahrhundert drangen Slawen ein, 679 zusatzlich die turkstammigen Protobulgaren unter Asparuch, die das Erste Grossbulgarische Reich mit Hauptstadt in Pliska (679/681 bis 802) und Preslav (802 bis 1018) grundeten, das fast die ganze Balkanhalbinsel umfasste.

Nach dem Eindringen der Protobulgaren wurde ein mehrjahriger Krieg ausgelost. Bemerkenswert ist, dass dieser damit endete, dass die sezessive Staatsgrundung in einem volkerrechtlichen Vertrag neuerer Pragung anerkannt wurde. Dies war fur die damalige Praxis des Volkerrechts (ius gentium) ein einmaliger Vorgang. Dieser vom ostromischen Kaiser Konstantin IV. Pogonatos 681 geschlossene Vertrag regelte befriedete Staatsgrenzen, ein Flottenmoratorium und eine gewisse Tributpflichtigkeit Konstantinopels. Aus der Verschmelzung der rund 10.000 Einwanderer mit der ortlichen Bevolkerung entstand das Volk der Bulgaren, nach einer Ubergangszeit der Volkertrennung, die darin bestand, dass die protobulgarische Oberschicht die Staatsmacht militarisch nach Innen und Aussen sicherte.

Zar Boris I. von Bulgarien bezweckte als Staatsreligion das Christentum fur seinen Mehrvolkerstaat nutzbar zu machen und neben einer Starkung der zentralistischen Staatsgewalt nach romischem Vorbild auch eine Homogenisierung der Volker zu erleichtern. In der Folge gingen die Protobulgaren in der slawischen Bevolkerungsmasse auf. Nach simultanen Verhandlungen mit Rom und Konstantinopel trat er 864 zum byzantinischen Christentum uber, weshalb die Mehrzahl der Bulgaren bis heute dem orthodoxen Glauben angehort. Auch die bulgarische Kultur ist stark von der byzantinischen gepragt.

Boris' Sohn Simeon I. (893-927), der bedeutendste Herrscher Bulgariens, besiegte die Serben, errichtete das bulgarische Patriarchat und forderte die altbulgarische Literatur. Auf sein Betreiben hin wurde das kyrillische Alphabet entwickelt, um Bibelubersetzungen in die slawischen Sprachen und ausgedehnte christliche Missionierungskampagnen bis tief in das Gebiet des heutigen Russland zu ermoglichen. Aus diesem Grund gilt Bulgarien als pragender Ursprung der sprachlichen und politischen Kultur vieler slawischer Volker bis in die Neuzeit sowie der Orthodoxie.

Bulgarien war lange Zeit ein machtiges Zarentum, das sich militarisch mit dem Byzantinischen Reich messen konnte. In seiner wechselhaften Ausdehnung umfasste es die Gebiete des heutigen Griechenlands, Mazedonien, Serbien, Bosnien, Rumanien und kleine Teile der Ukraine. Bis zur osmanischen Eroberung erfolgte keine Assimilation der unterworfenen Volker, so dass sie unverandert ihre ethnische und kulturelle Identitat pflegen konnten. Die bei der ersten Reichsgrundung erwahnte Tributpflicht wechselte in den zahlreichen Kriegen mit Byzanz die Seiten zugunsten des Siegers genauso traditionell wie die Gebiete des heutigen Griechenlands. Diese kulminierten u.a. darin, dass nach einer Niederlage der byzantinische Kaiser die gesamte bulgarische Armee bis auf jeden Centurio blenden liess, um eine dauerhafte Unterwerfung zu ermoglichen. Ab 972 und 1018 kam Bulgarien unter die Herrschaft von Byzanz.

Die Bruder Johann und Peter Assen errichteten das 2. Grossbulgarische Reich mit Hauptstadt in Weliko Tarnowo, welches von 1186 bis 1393 bestand. Mit dem Niedergang von Byzanz wahrend der turkischen Eroberungen wurde auch Bulgarien ein Teil des erstarkenden turkischen Reichs der Osmanen. 1393 bzw. 1398 kam ganz Bulgarien unter turkische Herrschaft, die fast 500 Jahre andauerte. In dieser Zeit hielten die Bulgaren der Islamisierung im Wesentlichen stand. Um 1800 erhob sich der geistig-nationale Widerstand, mit der Forderung nach Unabhangigkeit. In Bulgarien kam es zu einer Ara der nationalen Wiedergeburt (Възраждане/Wasraschdane). Ahnlich wie in Westeuropa knupfte sie an antike und fruhere byzantinische Traditionen. Die blutige Niederschlagung eines Aufstands durch die Turken 1876, der an einem Genozid grenzte und Emporung in ganz Europa ausloste, fuhrte zum russisch-turkischen Krieg 1877-78. Dieser wurde mit ungeahnter Harte und massiven Verlusten auf beiden Seiten gefuhrt. Nach einer Hannibal-ahnlichen Uberquerung der Donau und des Balkans mitten im Winter siegten die russischen Truppen und ruckten bis kurz vor İstanbul vor, wo der Waffenstillstand von San Stefano geschlossen wurde. thumb|225px|'Shipka' Denkmal des Bulgarischen Widerstandes gegen das Osmanische Reich

Der Berliner Kongress errichtete ein Furstentum Bulgarien als konstitutionelle Monarchie, das aber dem Sultan tributpflichtig blieb. Furst Alexander von Battenberg (1879-86) versuchte innere Reformen und besiegte die Serben, wurde aber durch eine von den Russen veranlasste Verschworung gesturzt. 1887 wurde Ferdinand von Coburg-Gotha bulgarischer Furst, der 1908 die vollige Loslosung von der Turkei erklarte und den Titel als Zar annahm.

Die glanzenden Erfolge der bulgarischen Truppen im 1. Balkankrieg (Eroberung von Adrianopel) wiederholten sich im 2. Balkankrieg nicht. Wahrend die bulgarische Streitmacht an der griechischen und serbischen Front gebunden war, drangen die Rumanen bis nach Sofia vor, die Turken eroberten Adrianopel wieder zuruck.

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg kampfte Bulgarien auf der Seite der Mittel- bzw. Achsenmachte. Dies war durch die engen Bindungen der Monarchie zu Deutschland zu erklaren. Das Konigshaus und die Bevolkerung widersetzten sich zum Teil erfolgreich der Verfolgung und der Deportation der bulgarischen Juden (Holocaust) durch die Nazis und weigerten sich Truppen gegen die Russen an die Ostfront zu entsenden.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geriet Bulgarien unter sowjetischen Einfluss und wurde Teil des Warschauer Paktes. 1946 wurde es zur Republik.

Das Ende der kommunistischen Ara wurde 1990 durch freie Wahlen eingeleitet. Seitdem wurden politische und wirtschaftliche Reformen voran getrieben, ein Assoziationsabkommen mit der Europaischen Union wurde unterzeichnet und weit gehend implementiert. Die Betrittsverhandlungen wurden 2004 erfolgreich abgeschlossen und das Land soll voraussichtlich 2007 Mitglied werden.

Politik

Die Parlamentswahlen am 17. Juni 2001 gewann uberraschend mit 42,7 % der Stimmen die erst kurz zuvor gegrundete 'Nationale Bewegung Simeon der Zweite' NDSV um den ehemaligen Konig Simeon von Sachsen-Coburg-Gotha (Simeon Sakskoburggotski). Wesentlichen Anteil an dem Erfolg hatte das Versprechen, innerhalb von 800 Tagen eine deutliche Verbesserung des Lebensstandards in dem verarmten Balkanland herbeizufuhren. Dazu sah er eine Erhohung des Lohnniveaus und Steuersenkungen vor. Ausserdem spielte die Hoffnung eine Rolle, der ehemalige Zar Simeon II. konnte durch seine verwandtschaftlichen Beziehungen in ganz Europa dazu beitragen, auslandische Investoren nach Bulgarien zu holen. Im Zuge der NATO-Osterweiterung wurde Bulgarien Mitglied der NATO.

Bezirke

Hauptartikel: Bezirke in Bulgarien

Bulgarien ist ein Zentralstaat, welcher in 28 Verwaltungsbezirke (oбласт) gegliedert ist.

Infrastruktur

Bulgarien ist ein wichtiges Transitland zwischen Mitteleuropa und dem Nahen Osten. Das Land besitzt ein dichtes Eisenbahn- und Strassennetz, die sich jedoch nicht uberall in gutem Zustand befinden. Flughafen befinden sich in Sofia, Plowdiw, Warna und Burgas, Seehafen in den letztgenannten beiden Stadten.

Wirtschaft

Hauptartikel: Wirtschaft Bulgariens

Der folgende Abschnitt ist eigentlich zu lang. Kann ihn jemand zusammenfassen und den Rest in den Hauptartikel verschieben?

Bulgarien gehort zu den Landern, die als Agrarstaat in den RGW ('COMECON') eingetreten sind und die ihre Industrialisierung diesem im Wesentlichen zu verdanken haben. Das bedeutete die Steigerung der energie- und rohstoffintensiven Schwerindustrie, von denen einige Bereiche (Pharmazeutika, Maschinenbau, Elektronik) durchaus erfolgreich in den ehemaligen Markten agierten.

Nach dem Wegfall des Marktes der Sowjetunion, zu dem am meisten Beziehungen bestanden, geriet die Wirtschaft in eine schwere Krise, aus der sie sich bis heute nicht erholt hat. In den Jahren 1989 bis 1995 gingen die Realeinkommen um fast 70 Prozent zuruck, der Lebensstandard fiel um 40 %.

Das Sozialsystem, insbesondere das System der Kranken- und Rentenversicherungen, brach weitgehend zusammen. Die sozialistische Regierung unter Schan Videnov schaffte hier keine Abhilfe, sondern bediente eher die Interessen der ehemaligen Nomenklatura: Die ehemaligen Direktoren der staatseigenen Betriebe wurden schnell zu Millionaren.

Im Fruhling 1996 kam es infolge der hohen Staatsverschuldung zu einer schweren Wirtschaftskrise. Banken brachen praktisch uber Nacht zusammen, der Staat geriet in Zahlungsschwierigkeiten gegenuber seinen auslandischen Kreditgebern. In der Hoffnung auf Unterstutzung von Weltbank und IWF verabschiedete die sozialistische Regierung ein Strukturprogramm.

134 marode Staatsbetriebe sollten geschlossen werden, durch Steuervergunstigungen versuchte man - vor allem auslandische - Investoren anzulocken. Doch die Privatisierung ging dem IWF zu langsam und er forderte als Bedingung fur weitere Kredite die Einfuhrung eines currency boards (Wahrungsrates) mit der Bindung des bulgarischen Lew an die D-Mark im Verhaltnis 1:1.

Mit Wirkung vom 7. Juli 1997 wurden diese Bedingungen von der neuen konservativen Regierung erfullt. So konnte das Land die notwendigen Kredite bekommen und ein Budget fur das kommende Jahr verabschieden, hatte aber die Hoheit uber die Staatsfinanzen an die internationalen Finanzinstitutionen abgegeben.

Denn die Einfuhrung des currency boards bedeutet, dass die Regierung kein Budget ohne die Einwilligung des IWF verabschieden darf. Durch diese Massnahmen konnte Bulgarien im internationalen Vergleich seine Wirtschaftsdaten bis 2000 verbessern.

Das Haushaltsdefizit konnte auf 1 % des BIP reduziert werden, das Bruttoinlandsprodukt stieg um 5 %, die Inflationsrate hielt sich bei etwa 11 % und die Arbeitslosigkeit stagnierte auf 18 %.

Doch die Annaherung an den Weltmarkt wird bis jetzt nicht durch eine Ankurbelung der Wirtschaft, sondern durch eiserne Sparmassnahmen erreicht. Fur die nationale Wirtschaft und fur die Bevolkerung haben Einsparungen und Verteuerungen in erster Linie negative Folgen.

Die auslandischen Investoren sind bis jetzt ausgeblieben, ein eigener unternehmerischer Mittelstand hat sich - nicht zuletzt aufgrund der hohen Zinspolitik - bis jetzt kaum entwickelt. Seit 1997 hat Bulgarien eine negative Handelsbilanz.

Von der Bevolkerung kampfen etwa 80 % ums tagliche Uberleben. Ein Durchschnittslohn reicht kaum fur die Ernahrung, die Haushaltseinkommen sinken bei steigenden Preisen fur so essentielle Dinge wie Heizung, Wasser und Mullabfuhr. Die vom IWF geforderte Erhohung der Energiepreise fuhrte dazu, dass sich viele Haushalte von der Energieversorgung abmeldeten.

1999 waren 45 % der Bevolkerung auf selbst hergestellte Nahrungsmittel angewiesen. Die Bewegung vom Land in die Kleinstadt und von dort in die Grossstadt kehrt sich deshalb heute um. Die Krise der Wirtschaft zwingt zu einer neuen Subsistenzwirtschaft, oft mit einfachsten Geraten wie Sichel und Pflug, da nur wenige Dorfgemeinschaften genug Geld haben, um kollektiv einen Traktor anzuschaffen.

Der IWF sieht diese Situation als notwendige Ubergangsphase und glaubt, dass Investitionen in das - aufgrund von Arbeitslosigkeit und Schattenwirtschaft - chronisch unterfinanzierte Sozialsystem die Uberwindung der Krise unmoglich machen wurden. Er setzte Mindestlohne fest, die unter dem Existenzminimum liegen und verbietet Investitionen ins Verwaltungssystem. Im offentlichen Dienst wurden ein Achtel der Stellen gestrichen.

Die Einschrankungen des Handlungsspielraums der Politiker durch den IWF steht im Widerspruch zu den Erwartungen der EU, die von ihren Beitrittslandern erwartet, dass sie eigenverantwortlich rechtsstaatliche und marktwirtschaftliche Systeme aufbauen. Sollten die Stabilisierungsmassnahmen nicht bald greifen, furchten Experten eine wirtschaftliche Abwartsspirale mit ahnlichen Folgen wie in Argentinien.

Ein solcher wirtschaftlicher Zusammenbruch ware eine Gefahr fur die Stabilitat der gesamten Balkan-Region. Selbst der IWF, der zugeben musste, dass der Lew trotz der Fixierung an den Euro zwischen 22,1 und 28,7 % seines Wertes eingebusst hat, denkt bereits uber Ausstiegsstrategien aus dem currency board nach.

Er schlagt - analog zur Einfuhrung des Dollar in manchen lateinamerikanischen Landern - eine Euro-Einfuhrung noch vor dem EU-Beitritt vor. Dies wird allerdings von der Europaischen Zentralbank abgelehnt, die um die Stabilitat des Euro furchtet. Der Wirtschafts-Nobelpreistrager Joseph E. Stiglitz pladierte fur einen vorgezogenen EU-Beitritt Bulgariens.

Kultur

Bulgarien verfugt uber eine grosse Tradition des Chorgesangs. Der staatliche Chor wurde durch einen eigenen Stil sehr erfolgreich, zahllose bulgarische Frauenchore wie z.B. Angelite sind heute international bekannt.

Bekannte bulgarische Sanger sind u.a. Ari Leschnikow, der von 1928 bis zur Auflosung in den 30er Jahren den Comedian Harmonists als Tenor angehorte und der Opernsanger Boris Christow, der als einer der weltbesten Bassisten galt.

Bulgarien ist schon seit dem 13. und 14. Jahrhundert bekannt fur seine Ikonenmalerei. Die Vertreter der Malschule von Weliko Tarnowo uberschritten die uberlieferten Regeln der traditionellen Ikonenmalerei und schufen damit die bedeutendste eigenstandige Schule der ostkirchlichen Kunst.

Mit der bulgarischen Wiedergeburt nach dem Ende der turkischen Besatzung entstanden uberall im Land neue Kunstschulen. Die bekannteste ist die Kunstschule von Samokow. Aus ihr gingen viele der Maler hervor, die die Bemalung der Kirche im Kloster Rila ausfuhrten, unter ihnen Sacharij Sograph.

Bekannte Kunstler der neueren Zeit sind Jules Pascin der 1885 in Vidin geboren wurde. Eigentlich hiess er Julius Pinkas. Da er lange Zeit in Frankreich verbrachte, wo er auch 1930 starb, wird er als bulgarisch-franzosischer Maler und Grafiker bezeichnet.

Bekanntester lebender bulgarischer Kunstler ist wohl Christo Jawaschew, der unter seinem Vornamen und zusammen mit seiner Frau Jeanne-Claude bekannt wurde. Er „verpackte“ u.a. den Reichstag in Berlin und Pont Neuf in Paris in Plastikfolie.

In Bulgarien hat auch das Puppentheater (nicht nur fur Kinder) eine lange Tradition.

Ein beliebter Brauch ist das Verschenken eines Marteniza, kleinen rot-weissen Stoffanhangern oder Armbandern, zum Fruhlingsanfang am 1. Marz. Die Armbander sollen, damit sie Gluck bringen, getragen werden, bis man den ersten Storch sieht.

Siehe auch: Tschubritza

Sport

Ebenso wie in der Turkei gibt es eine grosse Tradition im Kraftsport (Ringen, Gewichtheben). Die Wurzeln liegen in der Folklore, wo der 'starke Mann' ein hohes Ansehen hat, aber auch im griechischen Erbe, das uber Byzanz nach Bulgarien kam. In den 1980ern wurde die turkische Minderheit diskrimininert, und turkische Namen wurden slawisiert, da die damalige, kommunistische Regierung fur die Aussenwirkung keine Sportler mit turkischen Namen duldete.

Siehe auch: Fussball in Bulgarien.

Feiertage

Datum Name Deutscher Name Anmerkungen
1. Januar Нова година Neujahr
3. Marz Ден на Освобождението на България от османско иго Tag der Befreiung von der turkischen Herrschaft 1878, Frieden von San Stefano
Великден Ostern
1. Mai Ден на труда Tag der Arbeit
6. Mai Гергьовден, Ден на храбростта и Българската армия Georgstag, Tag der Tapferkeit und der bulg. Armee
24. Mai Ден на българската просвета и култура и на славянската писменост Tag der bulgarischen Aufklarung und Kultur und der slawischen Literatur
6. September Ден на Съединението на България Tag der Vereinigung Bulgariens 1885 mit Ostrumelien
22. September Ден на Независимостта на България Tag der Unabhangigkeit Bulgariens 1908
1. November Ден на народните будители - неприсъствен за всички учебни заведения Tag der nationalen Erweckung
24. Dezember Бъдни вечер Heiligabend
25./26. Dezember Коледа, Рождество Христово Weihnachten, Geburt Christi


Literatur

  • Sabine Riedel: Bulgarien zwischen Subsistenzwirtschaft und Weltmarkt. Uberlegungen zum Gestaltungsspielraum der Wirtschafts- und Sozialpolitik. In: Osteuropa 1/2003. S.58-76

Weblinks

  • Bulgarien-Web.de - Portal(http://www.bulgarien-web.de/Service/sprache.html)
  • Das Webportal der Bulgaren in Deutschland(http://www.zaedno.de)
  • BgTour Bulgarien Reiseportal(http://www.bgtour.de)


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