Rettungshubschrauber
From Sterwiki
Rettungshubschrauber (kurz RTH) dienen im Rettungsdienst als Transportmittel fur Notfallpatienten, als Notarztzubringer ('Primar-Einsatz') und als Verlegungsmittel fur Klinikpatienten ('Sekundar-Einsatz').
| Table of contents |
|
1 Einsatzbeispiele
2 Ausrustung
3 Sonderformen
4 Luftrettung in Deutschland
4.1 Geschichte 5 Luftrettung in Osterreich
5.1 Historisches 6 Luftrettung in der Schweiz
7 Luftrettung in Europa
8 Weitere Informationen
8.1 Weblinks |
Einsatzbeispiele
thumb|Rettung einer Verletzten Person per Hubschrauber Die Rettungsleitstelle entsendet einen Rettungshubschrauber immer dann, wenn ein schneller Notarzteinsatz notwendig ist und kein bodengebundener Notarzt zur Verfugung steht oder wenn die speziellen Vorteile eines Rettungshubschraubers gefragt sind:
- Einsatzfahigkeit in schwer zuganglichen Gegenden
- Unabhangigkeit von Staus und Fahrbahnzustand (z. B. Eisglatte)
- zugiger und schonender Transport mit medizinischer Betreuung und umfassender Uberwachungsmoglichkeit auch in weit entferntere Krankenhauser
Nachteil eines Rettungshubschraubers ist die Abhangigkeit von Witterungs- und Sichtbedingungen. Obwohl Rettungshubschrauber auch nachts eingesetzt werden konnen, ist das Risiko fur Landungen in unbekanntem Gelande dabei so hoch, dass sich die Dienstzeit meist nur auf die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang beschrankt. Nachteinsatze sind dementsprechend selten. Hingegen ist die nachtliche Luftrettung auf dem Sektor der interklinischen Patienten-Verlegungsfluge keine Besonderheit mehr. Eine erhebliche Anzahl von Intensiv-Transporthubschrauber-Stationen ist rund um die Uhr einsatzbereit.
Die Vor- und Nachteile der Durchfuhrung eines Fluges mussen gegeneinander abgewogen werden. In Zweifelsfallen trifft der Pilot die Entscheidung, er hat die Verantwortung fur die Sicherheit seines Hubschraubers und der Besatzung.
Ausrustung
Ein Rettungshubschrauber ist hinsichtlich der medizinischen Gerate, Medikamente und Materalien wie ein Notarztwagen ausgestattet. Damit kann eine Versorgung vor Ort und wahrend des Transportes auf notfallmedizinischem Niveau erfolgen.
Fur spezielle Anforderungen kann die Ausrustung auch erweitert werden. Zum Beispiel ist am Meer oder im Gebirge (zum Einsatz bei Bergunfallen) am Rettungshubschrauber oft auch eine seitliche Winde angebracht, womit der Patient auf einer Trage im Flug hochgehoben und verladen werden kann. Ohne dieser Winde wird der Patient zwar auch mit dem Hubschrauber hochgezogen, danach muss aber der Hubschrauber spater landen um den Patienten auch verladen zu konnen.
Sonderformen
- Intensivtransporthubschrauber (ITH) und Ambulanzhubschrauber (AHS): fur Patientenverlegungen
- Grossraum-Rettungshubschrauber (GRH): primar fur militarische Einsatze gedacht, aber auch bei zivilen Katastrophen und Grossunfallen einsetzbar
- Notarzt-Einsatz-Hubschrauber (NEH): kleinerer Hubschraubertyp, der nur der schnellen Zubringung eines Notarztes dient, vergleichbar einem Notarzteinsatzfahrzeug. Durch die eingeschrankten Einsatzmoglichkeiten (kein Transport) und die Nachteile eines Hubschraubers (Flug nur unter bestimmten Bedingungen) sind hierfur die Kosten im Vergleich zum Nutzen sehr hoch, so dass dieses Konzept in Deutschland mit einer Ausnahme (NEH im Landkreis Bad Doberan bei Rostock, privater Betreiber Heli-Flight GmbH & Co. KG Reichelsheim (http://www.heli-flight.de/html/neh.htm)) nie uber den Stand eines Pilotversuchs hinausgekommen ist.
- Ambulanzhubschrauber (AHS) fur Patientenverlegungen
Luftrettung in Deutschland
Rettungshubschrauber
Dieser Artikel scheint thematisch einem anderen zu gleichen. Hilf mit, die Artikel unter einem Lemma zu vereinigen oder inhaltlich besser voneinander abzugrenzen. Eventuell wird der Doppeleintrag auch unter Artikel zum gleichen Thema diskutiert. Markiere ihn dort dann bitte als erledigt!
Der Doppeleintrag befindet sich unter Luftrettung. –Flominator 00:47, 19. Mar 2005 (CET)
Geschichte
Die Etablierung der Luftrettung in Deutschland resultierte aus den erschreckend ansteigenden Zahlen der Unfalltoten Ende der sechziger Jahre. Diese war wesentlich auf die Proliferation des Automobilverkehrs bei schwacher Auspragung der Sicherungsvorkehrungen zuruckzufuhren. Zudem war es dem noch strukturell eher schwachen Rettungsdienst und den Feuerwehren in vielen Fallen nicht moglich, die Einsatzstellen innerhalb einer aus medizinischer Sicht akzeptabler Zeitspanne zu erreichen. Als zusatzliche Schwierigkeiten ergaben sich Schwachen in der damaligen Organisation der praklinischen Notfallmedizin. Den Rettungsdiensten kam in erster Linie eine Transportfunktion zu, wahrend vor Ort kaum medizinische Massnahmen ergriffen wurden. Eine erhebliche Mortalitat der Patienten war die Folge.
Aufgrund dieser Fakten wurden Ende der sechziger Jahre erstmals Feldversuche im Einsatz von Hubschraubern zur Notfallrettung nach Unfallen durchgefuhrt. Internistische Indikationen wie der Herzinfarkt oder der apoplektische Insult (Schlaganfall) wurden dabei als Einsatzbereich fur Hubschrauber-Notfallrettung noch nicht bedacht. Aufgrund teils beachtlicher Erfolge der Feldversuche organisierte Dr. med. Hans Burghart ab Pfingsten 1970 zunachst zusammen mit der Bundeswehr, die einen Hubschrauber vom Flugplatz Unterschleissheim stellte, an den Wochenenden und in den Ferien einen luftgebundenen Notarztdienst. Als sich die Bundeswehr aus wirtschaftlichen Grunden zuruckziehen musste, sprang der ADAC in die Bresche. So begann der erste Dauerbetrieb eines Rettungshubschraubers in Deutschland am stadtischen Krankenhaus Munchen Harlaching als Christoph 1 am 1. November 1970.
Es folgte im November 1971 die Einrichtung eines sogenannten Test-Rettungszentrums der Bundeswehr in Ulm. Die Luftwaffe stellte in Kooperation mit dem Bundeswehrkrankenhaus Ulm einen notfallmedizinisch ausgerusteten Hubschrauber vom Typ Dornier Bell UH-1D dem zivilen Rettungsdienst zur Verfugung. Ab Ende 1971 beschaffte dann auch das deutsche Bundesinnenministerium aus Mitteln des erweiterten Katastrophenschutzes Hubschrauber. Diese wurden fur den Zivilschutz und den Rettungsdienst ausgerustet und so den Bundeslandern als Ausstattungspotential zur Verfugung gestellt. Die Lander setzen diese Hubschrauber in ihrem Rettungsdienst ein.
Am 19. Marz 1973 stationierte die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. in Stuttgart einen Rettungshubschrauber vom Typ Alouette III.
1974 stellte der Begrunder der deutschen Luftrettung Dr. Hans Burghardt auf einem Kongress in den USA die deutsche Luftrettung vor und erntete Erstaunen - so eine Losung gab es in dem Flachenstaat noch nicht. Die Idee fand jedoch sehr schnell Anklang.
Diese vier genannten Institutionen sind bis heute in der Luftrettung aktiv. Weitere Anbieter sind im Laufe der Zeit hinzugekommen. Das Standortnetz wurde stetig erweitert. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde in den neuen Bundeslandern nach westdeutschem Vorbild innerhalb nur weniger Jahre ebenfalls ein Luftrettungsnetz aufgebaut.
Bislang waren die Rettungshubschrauber der offentlich-rechtlichen Luftrettung stets gedacht als Erganzung des bodengebundenen Notarztsystems.
In jungster Zeit zeichnet sich ab, dass in einigen Gebieten aufgrund struktureller Probleme der praklinischen Notfallmedizin Hubschrauber schon fast zu einem Teil der rettungsdienstlichen Regelversorgung geworden sind. Zudem wird der Ruf nach mehr nachtflugbereiten Stationen lauter. Es bleibt abzuwarten, in wie fern diese Entwicklungen Einfluss auf das Einsatzspektrum der Hubschrauber haben werden.
Besatzung
Die Besatzung eines deutschen RTH besteht in der Regel aus dem Piloten, einem Notarzt und einem Rettungsassistenten. Bei bestimmten RTH-Typen gehort zur fliegerischen Besatzung zusatzlich ein Bordwart. Fallweise werden auch Praktikanten mitgenommen.
Pilot und Bordwart sind Angestellte des Betreibers. Der Rettungsassistent ist oft Angestellter der Hilfsorganisation, mit der der Betreiber eine Partnerschaft eingegangen ist, selten beim Betreiber selbst angestellt (Ausnahme etwa die Hubschrauber der Bundeswehr). Der Notarzt ist ein Arzt des Krankenhauses, an dem der RTH stationiert ist, er leistet in der einsatzfreien Zeit normalen Stationsdienst.
Betreiber
In Deutschland ist der Rettungsdienst Landersache und wird daher durch Landergesetze geregelt. Zur Durchfuhrung der Luftrettung greifen die Lander dabei auf unterschiedliche Organisationen zuruck.
Derzeit gibt es 52 Rettungshubschrauber-Stationen in Deutschland (Stand: September 2004, Quelle: http://www.rth.info/ ), welche in erster Linie in die primare Luftrettung eingebunden sind. Das bedeutet, dass sie hauptsachlich als schneller Notarzt-Zubringer und Ersatz eines Notarzt-Einsatzfahrzeugs genutzt werden. Hinzu kommen die Intensiv-Transport-Hubschrauber der Sekundarluftrettung sowie weitere Hubschrauber, wie etwa die des militarischen Such- und Rettungsdienstes. Sie haben nicht die Primarluftrettung als offiziellen vorrangigen Auftrag, konnen aber in der Regel auch dazu genutzt werden, wenn erforderlich.
Die Rettungshubschrauber-Stationen der Primarluftrettung werden unterhalten von folgenden Betreibern:
| Anzahl | Betreiber |
| 26 | ADAC Luftrettung GmbH (Stand: November 2004) |
| 15 | Bundesministerium des Innern (mit fur den Katastrophenschutz beschafften Hubschraubern) |
| 18 | Deutsche Rettungsflugwacht e.V. (DRF) |
| 2 | Bundeswehr |
| 1 | Elbe Helicopter Rainer Zemke GmbH & Co. KG, Bautzen (Tochter des ADAC) |
| 1 | Internationale Flugambulanz (IFA), Leipzig (Doppelstandort RTH und ITH) |
Ausfuhrliche Beschreibungen der einzelnen Betreiberfirmen und -institutionen siehe auch http://www.rth.info/betreiber.frame.htm Eine Liste der Standorte mit Details und Fotos findet sich auf http://www.rth.info/stationen.tab.htm
Finanzierung
Die Finanzierung wird in Vertragen mit dem Bundesland und den Kostentragern (Krankenkassen) geregelt. Die Investitionen und die laufenden Kosten tragt in der Regel der Betreiber und/oder das Land, die Kosten fur medizinische Versorgung und den Transport werden von der Krankenversicherung des Patienten erstattet.
Luftrettung in Osterreich
In Osterreich werden RTH als Notarzthubschrauber (NAH) bezeichnet und vom OAMTC und vom Roten Kreuz betrieben. Sie werden sowohl bei Verkehrsunfallen als auch bei Akuterkrankungen und bei Alpinunfallen eingesetzt. Alarmiert werden sie jeweils uber die Alarmzentralen des Roten Kreuzes.
Standorte der als Christophorus bezeichneten Notarzthubschrauber sind:
| Christophorus 1 | Innsbruck, Tirol |
| Christophorus 2 | Krems, Niederosterreich |
| Christophorus 3 undIntesivtransporthubschrauber | Wiener Neustadt, Niederosterreich |
| Christophorus 4 | Kitzbuhel oder St. Johann, Tirol |
| Christophorus 5 | Zams, Tirol |
| Christophorus 6 | Salzburg (Stadt) |
| Christophorus 7 | Lienz, Osttirol |
| Christophorus 8 | *Feldkirch, Vorarlberg |
| Christophorus 9 | Wien-Aspern |
| Christophorus 10 | Linz-Horsching, Oberosterreich |
| Christophorus 11 | Klagenfurt, Karnten |
| Christophorus 12 | Graz, Steiermark |
| Christophorus 14 | Niederoblarn, Steiermark |
| Christophorus 15 | Ybbsitz, Niederosterreich |
| Christophorus Europa 3 | Suben, Oberosterreich-der Standort ist grenzuberschreitend. So betragt der Anteil von deutschen Patienten auch cirka die Halfte. |
Weiters gibt es noch einige private Firmen, wie ARA (http://www.airrescue.at) oder SHS-Helicopter (http://www.notarzthelicopter.at), die einige Hubschrauber betreiben.
Historisches
Die erste Luftrettung in Osterreich wurde bereits wahrend des zweiten Weltkrieges mit einem Fieseler Storch durchgefuhrt. Die eigentliche Luftrettung begann mit Flachenflugzeugen im Jahr 1954 durch das Innenministerium. Es dauerte aber noch bis 1982, bis gesetzlich beschlossen wurde, in Osterreich ein flachendeckendes Netz einzufuhren.
Luftrettung in der Schweiz
In der Schweiz werden Rettungshubschrauber mehrheitlich von der Schweizerischen Rettungsflugwacht (kurz 'Rega'),einer gemeinnutzigen privaten Stiftung fur Luftrettung oder deren Partnergesellschaften betrieben. Die Ausnahme bildet der Kanton Wallis, indem die Air Zermatt oder die Air Glaciers fur die Luftrettung zustandig ist.
Die Rega und ihre Partner konnen in der Schweiz uber die Alarmnummer 1414 angefordert werden.
Ausfuhrliche Informationen sind unter dem Stichwort Schweizerische Rettungsflugwacht zu finden.
Luftrettung in Europa
Es gibt Projekte, an denen Organisationen mehrerer Staaten beteiligt sind. Zu nennen sind in diesem Kontext besonders:
- Christophorus Europa 3 fliegt seit 2002 als europaweit erster Notarzthubschrauber, der von zwei Landern gemeinsam organisiert wird, namlich von Bayern und Oberosterreich.
- Christoph Europa 1, der von Aachen-Merzbruck aus Einsatze in Deutschland, Belgien und den Niederlanden fliegt
thumb|Rettungshubschrauber Christoph Europa 2 - Foto: Kai Wichmann, www.copterweb.de
- Christoph Europa 2, der in der Stadt Rheine stationiert ist und auch in den Niederlanden problemlos aktiv werden kann
- Lifeliner Europa 4, der in Groningen (NL) an einem dortigen Klinikum steht, und auch fur Einsatze in Deutschland angefordert werden kann
- Christoph 9 aus Duisburg fliegt bei Bedarf auch in den Niederlanden
- Lifeliner 3 aus Nijmwegen (NL) fliegt bei Bedarf auch in Deutschland
Weitere Informationen
Weblinks
- Luftrettung in Deutschland (http://www.rettungshubschrauber.de/)
- Deutsche Informationsseite zu Rettungstransporthubschraubern (http://www.rth.info)
- Deutsches Hubschrauber-Portal mit eigener Rubrik Luftrettung (http://www.copterweb.de)
- Artikel bei sbznet.de: 'Christoph 8: Die Retter aus der Luft' (http://www.sbznet.de/?rubrik=magazin&thema=04-01-25-01)
- Offizielle Homepage der osterreichischen OAMTC Luftrettung (http://www.oeamtc-flugrettung.at/)
- Informationsseite zur osterreichischen Luftrettung (http://www.luftrettung.at/)
- Homepage des ersten RTH: Christoph 1 (http://www.christoph1.de/)
- http://www.copterweb.de
Stichworter
- Hubschrauber
- Intensivtransporthubschrauber
- Notarzt-Einsatz-Hubschrauber
- Rettungsmittel
- Rettungsdienst
Kategorie:Rettungsdienst
Kategorie:Hubschrauber
Für mehr information über krankenversicherung vergleich: interplein-sportversicherungen.de
  
 
 
 
 
 
 
 
Zurück zu Versicherung vergleich  







